Deutsche Moscheen

Die meisten Moscheen in Deutschland sind in Hinterhöfen und Gewerbegebieten versteckt.
Seit einigen Jahren werden aber auch große, repräsentative Moscheen gebaut.
Heftige Konflikte sind die Folge.
Für die einen religiöse Heimat und Zeichen eines neuen Selbstbewusstseins, sind sie
für die anderen der architektonische Ausdruck einer schleichenden Islamisierung.
Minarette werden zu Bajonetten des islamischen Fundamentalismus hochstilisiert
und deren Bauhöhe zum Gradmesser von Integrationsverweigerung.
Das war nicht immer so.
Noch vor gut 100 Jahren wurde Moscheearchitektur als Bereicherung empfunden und zur Verschönerung des Stadtbildes eingesetzt.
Ganze Fabriken und Kraftwerke wurden – wenn auch wenig pietätvoll – im Stil muslimischer Gotteshäuser gebaut und teilweise auch als solche benutzt. In diesem Sinne läßt sich eine 
deutsche Moscheebautradition bis ins 18. Jahrhundert zurückverfolgen die Ausdruck 
architektonischer Wertschätzung bei gleichzeitiger Abwertung der Muslime selbst darstellt.
In der Holzschnittserie Deutsche Moscheen werden einige Beispiele deutscher Moscheearchitektur herausgegriffen und der Blick auf ein in der aktuellen Diskussionen wenig beachtetes Phänomen gelenkt.
Wien/Köln 2015

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